Ursprung


Ein wenig Geschichte…

Ein Wunder der siebzehnten Jahrhunderts, die erste Bestellung von Franz I.

Zu Beginn des XVI. Jahrhunderts gab König Franz I. Mönchen den Auftrag, eine wirksame Kräuteressenz herzustellen, damit die durch die im Mittelalter verwendete Feuerwaffe (Arkebuse) verursachten Wunden schnell geheilt werden können.

Mehrere Orden machten sich an die Arbeit, der Kräuter-Extrakt zu entwickeln, damit Schusswunden, Wunden, Verletzungen, Hautinfektionen und während des Kampfes entstandene Hautverletzungen behandelt werden können.

Der von den Mönchen hergestellte Extrakt aus Kräuter und Blumen erwies sich als außergewöhnlich wirksam und sprach sich rasch herum. Der Ruf dem neuen “Wasser“  verbreitete sich schnell unter dem Zivilbevölkerung die es nicht nur für Wundheilung, sondern für ästhetischen Gründen oder gegen Ihre Hautprobleme verwendet haben.

Der Ursprung des Rezeptes ist auf die Mönche des St-Antoine Klosters im französischen Vercors zurückzuführen. Auf diese Weise hergestellte „Wässer“ haben sie Jahrhunderte lang produziert und auch vertrieben. Laut der archivierten Dokumentation haben 160 Jahre später in den 1700er Jahren zwei Schweizer Apotheker Fabre & Bouet mit großer Wahrscheinlichkeit das Anfang der 1600er Jahre geschriebene Rezept und Herstellungsverfahren verwendet, um ihr Arquebusade-Wasser herzustellen, welches in ganz Europa sehr berühmt war. Dieser Tradition folgt das Schweizer Unternehmen von Eau d’Arquebusade. Unser wahres Arquebusade-Wasser haben wir auch nach den zwei Schweizer Apothekern, die Herren Fabre & Bouet benannt.

In den 1790er Jahren wird die Schweizer Handelshaus Fabre & Bouet als führender Produzent des offiziellen Wahre Arquebusade Wasser empfunden, weil auf diese die meisten schriftlichen Unterlagen (Rechnungen und Korrespondenz aus dem Jahre 1791, 1792) verweisen. Natürlich können noch andere Dokumente und Verweise auf die Produktion und Vertrieb existieren, bis jetzt haben wir jedoch nur diese offizielle Rechnungen und Dokumente gefunden.

Das Arquebusade Wasser als Exportware von Lausanne nach England im 18. Jahrhundert: Beispiel aus dem Haus Fabre und Bouet. Zu Beginn der 90-er Jahre des 18. Jahrhunderts.

HUGUES JAHIER

 Einleitung

Briefwechsel zwischen Hugues Jahier und dem Handelsbetrieb Fabre & Bouet, Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Ausfuhr eines Produkts aus der Lausanne (Schweiz) nach England im 18. Jahrhundert.

Das Arquebusade Wasser, ein Produktmuster des Handelsbetriebs Fabre & Bouet aus den 90-er Jahren des 18. Jahrhunderts (Auszug aus der Korrespondenz)

1781 wurden der Kanton Vaud und seine kleineren Zentren als Orte der „blühenden Fabriken und Manufakturen“ bezeichnet.

Bereits seit den 80-er Jahren des 18. Jahrhunderts war der Schweizer Kanton Vaud ein bevorzugter Urlaubsort für britische Bürger, die sich dort zuweilen sogar gerne niederließen. Als wichtigste Konsequenz daraus entstanden zwischen den Briten und den Bürgern des Kantons Vaud zweiseitige Handelsbeziehungen. Den verschiedensten Produkten der jungen Industrie Großbritanniens, die über hervorragende Qualität verfügten und zugleich die meiste Nachfrage erfuhren (insbesondere im Bereich der Hütten- und Textilindustrie), wurde die freie Bahn zu den Märkten Europas geebnet. Aufgrund der bereits bestehenden zweiseitigen Handelsbeziehungen wurde Vaud zu einem bevorzugten Handelspartner Großbritanniens.

Die Uhrenproduktion in Vaud war im Vergleich zu jener in Genf oder Neuchatel im Juragebirge von bescheidenerer Bedeutung.

Großbritannien wurde bis zum Ende des Jahrhunderts durch die Linie Yverdon zum größten Lieferanten an erforderlichen Materialien und Instrumenten der Uhrenindustrie des Tals Joux (Louis Rochat & Gebrüder, Brassus, Méylan & Samuel Le Coultre, Handelsbetrieb Jacob Valloton, Vallorbe, Sainte-Croix, Daneil Addor, etc.).

Eine Frage tauchte allerdings auf: Handelte es sich dabei um einen einseitigen Import von Waren aus Großbritannien in die Schweiz? Angenommen es hätte damals nur Exporteure von Souvenirs mit gravierten Hirtenszenen und ein paar berühmte Fabrikanten gegeben, dann wäre diese Frage wohl zu bejahen, aber in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts tat sich Lausanne mit zwei besonderen Originalprodukten hervor, deren Herstellung besonders fachgerecht vorgenommen wurde, die exportiert wurden und binnen kürzester Zeit auch in den Geschäften Londons verfügbar waren:

1.) Beim ersten Produkt handelte es sich um Pastellstifte in einem breiten Spektrum an Farben, die Mitte des Jahrhunderts (um ca. 1770 herum) von Stoupan vorgestellt worden waren. Aufgrund ihrer leuchtenden Farbpigmente und ihrem hervorragenden Material konnten sie höchste Qualität für sich beanspruchen. Ein gewisser Mr. Helmod  führte diese Pastellstifte zu Beginn der 90-er Jahre des 18. Jahrhunderts nach Leipzig, Berlin, St. Petersburg, Moskau und London ein. Im Herbst 1793 erklärte Mr. Helmod, dass er im Sommer davor bereits die gesamte britische Hauptstadt mit seinen Pastellstiften versorgt habe.

2.) Beim zweiten Produkt handelte es sich um ein „Wunderwasser“, welches durch Destillation von Blumen und Heilpflanzen aus den Alpen hergestellt wurde: Seine Name war Arquebusade Wasser.

Die Produktion und der Vertrieb dieses Produkts ermöglichte die Verwendung des Begriffs Import-Export zwischen Großbritannien und Vaud, deren Handelsbeziehungen zuvor durch Unausgewogenheit gekennzeichnet gewesen waren.

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